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Südafrika

Südafrika „ Wein zweier Meere „

Südafrika ist umgeben von zwei Meeren, von Atlantik und Indischem Ozean, die ein ausgeglichenes Klima schaffen und auch in den heißen Tagen ab und zu für eine angenehme Brise sorgen.

Bei der Lese im Februar herrschen oft noch 30° bis 35° C.
Die Trauben kommen aufgeheizt herein, was Probleme bei der Verarbeitung schafft.
Das gilt vor allem für Weißwein, der 5/6 der gesamten Ernte ausmacht.
Inzwischen ist es in allen Kellereien selbstverständlich, schon das Kelterhaus zu kühlen.
Einige Weingüter stellen Scheinwerfer in die Rebgärten und lassen nachts lesen.

Der erste, der den südafrikanischen Winzern beibrachte, den Most bei niedrigen Temperaturen allmählich vergären zu lassen, damit nicht gleich die Aromen verfliegen, war Johann Georg Graue, ein Braumeister aus Deutschland.
Auf Gut Nederburg bei Paarl benutzte er statt Fässern große Stahltanks, die er ständig mit kaltem Wasser besprühte.
Seine Weißweine waren von einer bis dahin nicht gekannten Frische & Fruchtigkeit.

Der Stand der Weinbautechnik heute ist sehr hoch.
Viele junge Südafrikaner studieren an den Hochschulen in Bordeaux oder in Geisenheim am Rhein.
Südafrikanische Weingutsbesitzer können heute mit großem Stolz behaupten:
„ Wir liegen önologisch keinen Zentimeter hinter Californien „

Seitdem die Republik am Kap nicht mehr international geächtet ist, genießen die Winzer den Ehrgeiz, in Wettbewerb mit den wichtigsten Weinen der Welt zu treten.
Viele neue „ Wineries „ und „ Estates „ entstehen, erschöpfte Weinberge werden gerodet und mit dem besten verfügbaren Reben-Material bepflanzt.
Die Betriebe erneuern ihre Keller und stecken viel Geld in das Marketing.
Der Optimismus, so scheint es, teilt sich den Kap-Weinen mit, die Weine sind besser als noch vor wenigen Jahren.
Die Gleichförmigkeit des Geschmacks wurde überwunden und vorerst sind die Weine noch erstaunlich preiswert !!

Das große Vorbild der südafrikanischen Weinmacher sind seit jeher die Franzosen, obwohl die Niederländer hier die ersten Winzer waren.
Staatsgründer Jan van Riebeeck pflanzte 1656 persönlich einen Rebgarten am Fuße des Tafelberges und schuf damit die Grundlage für den heutigen Weinbau.
32 Jahre später erreichten Hugenotten das Kap der guten Hoffnung. Die Franzosen besaßen Weinbau-Erfahrung und hatten auch Reben ihrer Heimat dabei.
Ihre ersten Weinberge entstanden im Franschhoek, in der französischen Ecke, deren Böden denen von Burgund stark ähneln.

Heute gehören zu den wichtigsten Sorten des Landes der
weiße „Sauvignon Blanc“ von der Loire und der rote „Cabernet Sauvignon“ aus Bordeaux.
Einige Jahrzehnte versuchten die Winzer die Burgunder-Rebe „Pinot Noir“ heimisch zu machen, doch dafür ist es in Südafrika zu heiß.
Erst eine speziell für das südliche Klima gezüchtete Kreuzung aus „Pinot Noir“ und der südfranzösischen „Cinsault“ brachte Erfolg, die „Pinotage“
Sie bringt einen fülligen, runden Wein nach Art der „Cotes-du-Rhone“

Auf der südlichen Halbkugel ist Südafrika die Nummer eins in der Spirituosenherstellung, die Marktregulierung liegt in Händen der KWV ( kooperatieve Wijnbouwers Vereinigung ), einer halbstaatlichen, genossenschaftlichen Dachorganisation, die Mindestpreise für die Trauben sowie die Mengen für die Destillation festlegt.

Wichtig zu wissen:
Exportiert werden ausschließlich nur Qualitätsweine, gesiegelt mit dem
>> Certified-Gesertifisier << , geprüft und mit einer AP-Nummer versehen.
Die Banderole hat bis zu drei farbige Streifen.
Blau bedeutet, dass der Inhalt garantiert aus dem auf dem Etikett angegebenen Gebiet stammt. Jahrgang ( rot ) und Traubensorte ( grün ) müssen zu 75% stimmen, die damit erlaubte Beimischung von einem Viertel anderer Weine ist nicht zu tadeln.
Oft schmeckt ein Cabernet Sauvignon mit einer Abrundung durch Pinotage besser, tut es einem jungen Most gut, wenn ihm ein Schuß eines älteren beigegeben wird.

Südafrika sollte eigentlich das Dorado der Winzer sein, das Klima ist für den Weinbau ideal. Heiße Tage und kühle Nächte sind die Regel, so dass nachts die Atmung des Weinlaubes gering ist und der Stock die am Tag gesammelten Zuckerreserven nicht aufbrauchen kann.
Es gibt keinen Frost, keinen Hagel und kaum Krankheiten. Der Boden ist fruchtbar und man braucht kaum Dünger.
Die meisten Reben Südafrikas stehen in landschaftlich wunderschönen Gebieten und sollten auf jeden Fall mal besucht werden.

SÜDAFRIKA:Rebfläche: 100000 HektarErnte im Schnitt: 10 Millionen HektoliterWeinbaubetriebe: rund 5000, davon 100 WeingüterExport nach Deutschland: 20000 HektoliterHauptsorten: Sauvignon Blanc, Pinotage, Cabernet Sauvignon, Merlot & Shiraz
„ Auszug aus: Das Weinbuch, Sonderausgabe für Planet Medien AG „


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